Hätten Sie Sex gegen Geld? Und wo könnten Sie überhaupt die Nacht verbringen? Und was ist, wenn Sie sich wirklich von der betreffenden Person angezogen fühlen und diese Person Ihnen das geben kann was Sie brauchen? Wie eine Art Essen.

Sex für Gegenmittel ist schlichtweg Prostitution. Aber dennoch machen die meisten von uns im Alltag nichts anderes, sogar in den eigenen Beziehungen. Wir haben Sex und dafür bekommen wir als Gegenleistung quasi Sicherheit. Oder wir selber bieten beispielsweise romantische Abendessen oder schicke Taschen von Louis Vuitton. Natürlich wollen wir zunächst dem Partner „eine kleine Freude machen“, aber am Ende wollen wir doch alle nur das Eine. Die einfache körperliche Anziehung zwischen zwei Personen ist meistens nicht der einzige Grund für Sex. Genau das zeigen uns mehrere Studien der Universität in Michigan, sowie auch das erfolgreiche Buch „Why Women Have Sex“.
All das macht Alison, eine Prostituierte, Sinn: „Männer bezahlen mich nicht nur, um Sex zu haben, sondern auch um mit mir auszugehen.“
Der Austausch von Geld und unkompliziertem Sex ist das beste Beispiel für Prostitution, aber was passiert, wenn die schönste Sache der Welt mit Gegenleistungen aus dem Alltag getauscht wird? Wie z.B. eine Wohnung zum leben?
Mitten im Wohnungsboom im Jahre 2008 in Paris blieben viele Zimmer frei und wurden als „Liebeszimmer“ verwendet. Das heißt also, dass man keine Miete für das Zimmer bezahlen musste, man dafür aber Sex „bieten“ muss. Würden Sie das machen? Gerade bei den heutigen unvorstellbar hohen Wohnungspreisen ist es oft schwer einen richtigen Mittelweg zu finden, um nicht auf der Strasse zu bleiben, aber auch nicht die Miete mit unmoralischen Dingen zu bezahlen.
Sex für eine Unterkunft in einer Gesellschaft, in der es knapp an Wohnungen ist, ist wirklich ein Extremfall. Aber es scheint so, als ob es sogar viele Leute gibt, die Sex noch für ganz andere Dinge austauschen, auch wenn die Umstände sie dazu gar nicht zwingen würden. Eine Studie der Universität in Michigan hat bewiesen, dass jeder vierte Student Sex für Gegenmittel hat, auch wenn sie diese gar nicht unbedingt brauchen… Zu diesen „Zahlungsmitteln“ zählen beispielsweise Konzertkarten, Nachhilfe, Wäsche waschen und noch viele weitere absurde Dinge. Und das interessanteste daran? Es waren am meisten Männer, die Sex und Frauen die dafür andere Mittel anboten.
Den moralischen Fragwürdigkeiten außer Acht lassend, ist der Austausch von Sex und anderen Gegenleistungen Gang und Gebe und nicht nur bei uns menschlichen Lebewesen. Die Wissenschaftler nennen dieses Phänomen Nupcial Gifting: eine elegante Art und Weise zu sagen, dass jeder, der Sicherheit und Geborgenheit bieten kann, auch den Hauptpreis verdient hat.
Warum ist es dennoch noch etwas Ungewöhnliches? Oder warum redet man so wenig von diesem besonderen Austausch? Alles hat mit der Moral und oft auch mit der Religion zu tun. Sex gilt hierbei als eine Art Türsteher der Moral. Vor allem der der Frauen. Die alteingesessene Einstellung, dass man nur Sex hat, um Kinder zu bekommen, ist immer noch weit verbreitet. Bis diese Einstellung sich endlich verändert hat, ist der Austausch von Sex für Gegenleistungen, wie gutes Essen oder neue Kleidung, immer noch ein absolutes Tabuthema.
Keine Sorgen, Sie müssen mit niemanden in die Kiste springen, um sich die besten mieten zu können. In nur ein paar Klicks, und schon steht die Reservierung!