Versteckte Gefahr
Während 1939-1945 in Europa, Afrika, dem Pazifik und sogar im Polarkreis der zweite Weltkrieg tobte, welcher Millionen von Leben forderte, wurde den alliierten Kommandeuren eines klar: Wenn man die Achsenmächte nicht hinter ihren eigenen Linien dezimiert, wird der Krieg noch ewig dauern.
Aus diesem Grund wurde die erste, speziell für Attentate, Sabotageakte und Geheimaufträge hinter den feindlichen Linien ausgebildete, militärische Spezialeinheit ins Leben gerufen: Das SAS Kommando.
Das SAS Kommando wurde aus den Kommandoeinheiten, die von den Briten 1940/41 in Afrika eingesetzt wurden, gebildet. Während die normalen Kommandos keine großen Erfolge erziehlen konnten, sollte das SAS Kommando den Krieg um Jahre verkürzen.
So viel nun zum Geschichtlichen.
Die H&D Reihe
Am 31. Juli 1999 durften PC Spieler zum ersten mal in die Haut eines solchen SAS Soldaten schlüpfen.
Erst vier Jahre später, nach dem Add-On: Fight for Freedom (2001), kam endlich der zweite Teil über das SAS Kommando raus: Hidden and Danerous 2.
Wer die Hidden and Dangerous Spiele nicht kennt, wird im Folgenden mal die Hauptaspekte erfahren.
Hidden and Dangerous ist, im Gegensatz zu den meisten Weltkriegs Shootern, ein Taktik Shooter. Der Spieler kämpft nicht ,wie in Spielen wie \”Call of Duty\” oder \”Medal of Honour\”, in Massenschlachten mit hunderten von Toten, sondern erledigt Geheimaufträge hinter den feindlichen Linien.
Hidden and Dangerous 2
Wie im letzten Teil kann man sich zu anfangs ein vierköpfiges Team aussuchen. Dazu hat man die Auswahl aus mehr als 20 Charakteren, die alle ihre eigenen Fähigkeiten und sogar Lebensläufe haben. Da gibt es zum Beispiel Scharfschützen, Sprengstoff-Experten, Sanitäter und echte Kraftmeier.
Hat man sein Team ausgewählt, wird man nun vor die Wahl gestellt, welchen dieser Soldaten man selber spielen möchte. Hat man auch dies erledigt beginnt schon die erste Mission: Ein Trainingslager.
Hier werden dem Spieler die Steuerung, verschiedene Aktionen und sogar der Umgang mit verschiedenen Waffen näher gebracht. Natürlich wird dies alles begleitet von den fiesen Kommentaren der Ausbilder.
Wenn man einen mal belauscht hört man sogar wie er über die Anfänger lästert.
Hat man sich an die etwas ungewohnte Steuerung gewöhnt (keine WASD Sterung, sondern mit den Pfeiltasten) bekommt man nun seinen richtigen Auftrag: Infiltrieren eines deutschen Labors in Norwegen und bergen eines abgeschossenen Piloten.
Insgesamt führen einen die vielen Aufträge, die meist in mehrere Level unterteil sind an viele unterschiedliche Orte der Welt: Den Polarkreis, die afrikanische Wüste, einen Fjord in Skandinavien, den Südpazifik, Bayern, die Normandie, Tschechien und sogar in Hitlers Burg in Bayern.
Bei der schon angesprochenen Aufteilung der Mission in mehrere Level, sollte man aufpassen, das man vor Missionsbeginn genügend Ausrüstung, wie Munition, Verbandszeug und andere Gegenstände mitnimmt. Denn ein Einsatz kann sich über bis zu 4 Level hinziehen. Wird der Spieler während eines dieser Einsätze getötet spielt er dann einen anderen der drei Übrigen seines Teams. Erst wenn alle Tot sind gillt ein Einsatz als Gescheitert und muss von vorne begonnen werden.
Während einer Mission sind die Teamkollegen alle frei spielbar, sodass man bequem zwichen ihnen wechseln kann. In vielen Situationen ein praktisches Feature, da man so mehr Waffen zur verfügung hat. Braucht man zum Beispiel einen Scharfschützen, so kann man einfach zu seinem besten Schützen im Team wechseln (der dann am besten ein gutes Gewehr haben sollte) und die Bedrohung unschädlich machen.
Wenn der Spieler den Charakter wechselt, wird der alte von der KI übernommen.
Zu erwähnen wäre ausserdem, dass die Teammitglieder nur auf Kommandos reagieren. Das heißt, dass man ihnen zum Beispiel das Kommando folgen gibt, bei dem sie dem Spieler folgen, Feinde unter Beschuss nehmen und auch in Deckung gehen. Dann gibt es noch weitere Kommandos wie \”Stehen bleiben\”, \”Deckung\”, \”Feuer einstellen\” und noch einige mehr.
An verschiedenen Waffen mangeld es im Spiel auf keinen Fall, da man die Auswahl zwischen allem hat, was Großbrittanien zu dieser Zeit in Petto hatte (Thompson, Stengun, BAR usw.). Auch erbeutete deutsche Waffen können in der nächsten Mission verwendet werden. Zusätzlich gibt es noch einige versteckte Waffen und Prototypen, wie die deutsche MP44, die stark und die heutige Kalashnikow erinnert, eine alte Schrotflinte und sogar die bekannteste aller Waffen, die Ppsh 41, oder besser bekannt als Spagin.
Auch in Sachen Sprengstoff wurde nicht gespart: deutsche Stielgranaten, britische Granaten, japanische Splittergranaten, Dynamit, Panzerminen, Tretminen und vieles mehr.
Schwere Maschinengewehre, Panzerfäuste und Panzer selbst ergänzen die Sammlung des Waffennarrs.
Der Titel lautet ja übersetzt: Versteck und gefährlich, und genau so sollte man in den Einsätzen auch vorgehen.
Zwar ist es auch möglich mit einer Spagin wie Rambo durch die Gegend zu laufen und das 72-Schuss Trommelmagazin in deutsche Soladaten zu entleeren, aber das ist nicht der Sinn des Spiels, und spätestens ab dem mittleren Schwierigkeitsgrad ist auch Schluss damit, da man sonst nur als Kugelfang endet.
Insgesamt sind die Missionen relativ abwechslungsreich: Von einen abgeschossenen Piloten retten, einen Flughafen einnehmen, in Hitlers Burg eindringen ist alles dabei, und sogar sehr spektakuläre Sachen wie ein deutsches Schlachtschiff zu versenken, eine Luftschlacht als MG Schütze zu gewinnen und sogar eine ganze deutsche Garnison in Polen auszulöschen.
Wie in Call of Duty gibt es zwichen den Missionen nur eine Story: Den Krieg.
Trotzdem behält man immer, ausser im Todesfall natürlich, den gleichen Charakter. Durch die Tagebucheinträge und eventuelle Briefe an die Familie gewinnen die virtuellen Soldaten aber doch an Persönlichkeit.
Von der Grafik her ist Hidden and Dangerous 2 gutes Mittelmaß und weiß auch heute noch zu überzeugen. Grafik und Physikeffekte kommen zwar nicht an ein Half Life 2 ran, müssen es aber nicht, da es eindeutig mehr um die Atmosphäre der Missionen geht. Dazu tragen die gute deutsche vertohnung, gute Hintergrundgeräusche sowie die Gefahr durch Feinde bei. Eine nette Idee, ist auch die Möglichkeit von der 1st Person zur 3rd person Sicht zu wechseln. Das bietet viele taktische Möglichkeiten.
Hat man dann die Einzelspieler Kampagne durchgespielt, so kann man einzelne Missionen im \”Blutbad Modus\” noch einmal durchspielen, oder im \”Einsamer Wolf Modus\” die Kampagne noch einmal ohne Teamkameraden durchspielen.
Über Internet kann man gegen menschliche Gegner antreten. Hier gibt es den \”Deathmatch Modus\”, wo jeder gegen jeden spielt. Den \”Missions Modus\”, wo man einzelne Missionen aus der Kampagne mit Online Gefährten durchspielt oder den \”Revierkampfmodus\”, in dem man feindliche Flaggen erobern muss. Hier artet der Taktikshooter meist in kopflose Massenschlachten aus. Denn bei 16 VS. 16 und einer Spawnzeit von nur 15 Sekunden ensteht der Eindruck einer Massenschlacht.
Online überzeugt das Spiel vor allem durch die große Community, und gut besuchte Server. Es kommt relativ selten vor, dass weniger als 100 Leute gleichzeitig Online sind.
Fazit:
Hidden and Dangerous 2 konnte mich durch eine gelungene Vielfalt an Aufträgen und Umgebungen überzeugen. Als Taktikshooter bildet es eine gute Alternative zu \”Call of Duty\” und \”Medal of Honour\”.
Wer die spannende Kampagne fertig hat, wird noch lange Spaß an den anderen Modi, oder dem Online Gaming haben.
Da der momentane Preis für Hiden and Dangerous 2 mehr als Einladent ist, kann ich es guten Gewissens jedem Shooter Fan empfehlen.